Die Farben meines Lebens – eine farbenfrohe Sichtweise auf unserer emotionales Netzwerk (Teil 1)

Gerade lese ich mal wieder ein sehr interessantes Buch. Es ist eigentlich ein Jugendbuch mit ein wenig „Magie“, solche Bücher lese ich immer sehr gern.

Und fast immer gibt es in den Büchern die mich ansprechen auch einen Bezug zu meinem aktuellen Leben.

Erst beim Schreiben habe ich gemerkt, wie umfassend dieses Thema für mich ist. Daher habe ich es einfach auf zwei Artikel aufgeteilt 🙂

Emotionen sehen

In der „Colors of Life“ Serie von Mella Dumont geht es um zwei Familien, die auf besondere Art sehr emphatisch mit ihren Mitmenschen sind.

Die männlichen Mitglieder der einen Familie können Gefühle anderer Menschen besonders gut erspüren. Die weiblichen Mitglieder der anderen Familie sehen die Aura und somit die Emotionen der Menschen in bunten Farben, Formen und Strukturen.

Beide Gruppen können lernen die Gefühle anderer zu beeinflussen, indem sie fleißig meditieren und an ihren Talenten arbeiten.

Das Buch war für mich zunächst nur eine schöne leichte Urlaubslektüre. Aber eben beim Frühstück habe ich bemerkt, wie sehr mich dieses Thema bzw. der Bezug zur echten Welt beschäftigt.

Denn Menschen, die Auren sehen können gibt es auch in unserer Welt. Interessanterweise kenne ich zwei Männer, die diese Gabe besitzen bzw. erlernt haben.

Einen davon habe kürzlich ich in meinem Thai Yoga Massage Seminar in Griechenland kennengelernt. Der andere arbeitet in einer hohen Position im hochwissenschaftlichen Umfeld einer großen Pharmafirma.

Und ein gewisses Maß an Emphatie ist schließlich allen Menschen gegeben.

Auch in meiner Yogatherapie Ausbildung ging es vor allem um Gefühle, und wie man aus buddhistischer Sicht mit ihnen umgehen sollte, um anstatt Leid mehr Glück und Freude zu erfahren.

Daher finde ich es sehr spannend, wie viele Parallelen ich zwischen dem Inhalt des Buches und meinen bisherigen Erfahrungen mit der buddhistischen Lehre herstellen kann.

Stimmungen anderer Aufnehmen

Kennt Ihr das: man kommt zu einer Party, alle sind fröhlich, tanzen ausgelassen, man ist von strahlenden, lachenden Gesichtern umgeben. Auch wenn man selbst grade nicht ganz so gut drauf ist, lässt man sich gerne davon mitreißen.

Oder man sitzt mit einer guten Freundin zusammen, die sehr, sehr traurig ist. Und plötzlich spürt man selbst einen dicken Kloß im Hals oder ein Drücken in der Magengegend.

Im Buch werden Gefühle durch einen farbigen Nebel beschrieben, der sich um die entsprechende Person herum ausbreitet. Ist das Gefühl sehr intensiv, ist der Nebel groß und weit und hüllt auch andere Personen mit ein.

Diese Beschreibung finde ich sehr anschaulich und passend, auch für unsere Welt.

Am Beispiel der ausgelassenen Party lassen wir uns in einen sonnengelben, fröhlichen Nebel hüllen und geben uns der Grundstimmung der Masse hin. Wir lassen uns von der guten Laune anstecken.

Im Beispiel mit der traurigen Freundin, der wir sehr nahe stehen, färbt ihr trister grauer Nebel auch auf uns ab, färbt auch unsere eigene Aura grau. Ihr Gefühl wird  auch ein wenig zu unserem Gefühl.

Mitgefühl statt Mitleid

Doch dabei sollte man vorsichtig sein und sorgfältig zwischen Mitleid und Mitgefühl unterscheiden.

Der Unterschied lässt sich schön aus den Worten selbst ableiten:

Mitleid bedeutet, dass wir mit der anderen Person mit leiden, ihre Sorgen als unsere betrachten, uns ebenfalls in ihrer Traurigkeit oder ihrem Schmerz verlieren.

Mitleid hilft niemanden, denn dadurch begeben wir uns selbst in eine bemitleidenswerte Opferrolle. Wir können der anderen Person nicht mehr helfen, da wir selbst im Leid versinken.

Wenn wir dagegen Mitgefühl oder Empathie zeigen, übernehmen wir das Leid der anderen Person nicht. Wir zeigen Respekt für ihre Gefühle, können den Raum halten für die Emotionen des anderen und eine Schulter zum anlehnen anbieten. Aber wir machen deren Problem nicht zu unserem eigenen.

Schon alleine mir immer wieder den Unterschied dieser beiden Worte bewusst zu machen, hilft mir in schwierigen Situation bei mir zu bleiben.

Und eben nicht mit zu leiden und mich selbst schlecht zu fühlen, sondern die Situation aus einem etwas distanzierteren Winkel zu betrachten.

Wenn wir selbst in einer schwierigen Situation stecken, hilft es uns meist auch mehr, etwas Distanz zu unserem Problem herzustellen und finden so eine bessere Lösung, als wenn wir mitten drin stecken.

Fähigkeit zur Empathie

Im Buch werden die Aura sehenden als Gefühlsmagneten beschrieben. Sind sie noch nicht in ihrer Fähigkeit ausgebildet, bleiben die Auren und Stimmungen anderer Menschen an ihnen kleben wie an einem Magnet.

So werden die Aura sehenden immer von der Stimmung andere Menschen beeinflusst.

Im reellen Leben gibt es auch Menschen, die besonders empfindlich auf die Stimmung anderer reagieren. Manche erspüren sehr schnell, wenn ein Mensch traurig ist oder sich die Stimmung plötzlich ändert.

Andere scheinen für die Gefühle ihrer Mitmenschen völlig taub zu sein. Das kann sowohl ein natürlicher Mangel an Empathie sein, indem z.B. die entsprechende Person diese Eigenschaft einfach nie richtig gelernt hat.

Es kann aber auch ein ganz bewusst gewählter Schutzmechanismus sein.

Gefühle aufnehmen und abladen

Wir sollten auf jeden Fall sehr vorsichtig mit unserem Gefühlsballast umgehen. Manchmal tut es gut, sich einfach auszukotzen und alles aus sich heraus zu reden. Doch man sollte dabei auch ein wenig darauf achten, bei wem man das tut.

Ich habe das Glück Freunde zu haben, die sich das einfach anhören und oft mal auch einfach nichts dazu sagen. Die meine Wolke der Wut oder Angst einfach verpuffen lassen, ohne sie auf sich zu beziehen.

Mehr braucht es nämlich oft gar nicht, als den eigenen Gefühlen Raum zu geben und sie anzunehmen. Nicht jedes Gefühl muss vollständig ausdiskutiert werden.

Natürlich liegt es vor allem an jedem selbst, ob er sich sozusagen den Gefühlsschuh des anderen anziehen will.

Aber es schadet nicht, auch als “Abladender” ein wenig achtsam zu sein, wie das Gegenüber gestrickt ist, und ob bzw. wie es mit dem Emotionschaos umgehen kann, das wir gerade auspacken.

Andererseits sollten wir auch darauf achten, uns nicht die Gefühlsschuhe anderer anzuziehen.

Mir fällt das besonders schwer bei Personen, die mir sehr nahe stehen. Wenn es z.B. Streit in meiner Familie gibt, fühle ich immer einen dicken Knoten in meinem Bauch.

Ich würde mich so gern einmischen und vermitteln, doch es ist nicht mein Kampf, der dort ausgefochten wird.

Daher bringt es auch nichts, wenn ich diese Stimmung übernehme, so gern ich auch helfen würde. Aber es sind nicht meine Gefühle, es ist liegt nicht in meiner Hand oder Verantwortung.

Es ist nicht leicht, aber wichtig das zu lernen!

Sich vor Fremdgefühlen schützen

Wenn ich eine Thai Yoga Massage gebe, habe ich schon öfter das Feedback bekommen, eine gewisse Schwere oder Last von meinen Empfängern zu nehmen.

Sie äußerten in diesem Zusammenhang auch die Sorge, ob ich denn diese Gefühle dabei auf mich nehmen würde.

Doch glücklicherweise ist das nicht der Fall! Ich weiß nicht, wo diese emotionale Last hingeht, aber sie bleibt nicht bei mir, auch sie verpufft einfach. Vielleicht, weil sie Raum bekommen hat.

Im Thai Yoga Massage Seminar haben wir auch darüber gesprochen, ob es nötig ist sich zu schützen, da bei so einer Massage viele sehr tiefsitzende und oft auch traumatische Gefühle freigesetzt werden können.

Und eben auch, wie man sich schützen kann.

Vor der Massage nimmt man sich immer einen Moment Zeit sich zu erden und gleichzeitig mit dem Himmel zu verbinden. Es is wie eine kurze Meditation, um bei sich anzukommen, sein Herz und seinen Geist für das Kommende zu öffnen und sich zu bedanken.

Das zentriert sein ist an sich schon ein Schutz, weil es mir hilft bei mir zu bleiben und nicht in die Emotionen der anderen einzutauchen.

Wahrnehmen, aber nicht auf mich nehmen. Nach der Massage soll man sich außerdem die Hände waschen oder noch besser: wenn möglich ein Bad im Meer nehmen.

Salz wirkt reinigend, das Meer spült alles Negative mit sich fort. Und es ist auch ein symbolischer Akt der Trennung der beiden Körper und Gefühlsebenen.

Die Kraft des Herzens

Doch was mir am besten hilft, nicht nur bei der Massage sondern generell im ganzen Leben ist ein Satz, den mal eine Bekannte zu mir sagte:

Solange du offenen und reinen Herzens bist, bist du immer geschützt!

Ich weiß nicht genau wieso, aber das fühlt sich für mich absolut richtig an!

Vielleicht weil dieser Zustand eine gewisse Unschuld darstellt. Offenen Herzens hat man keine bösen Absichten oder Erwartungen, man ist frei von allen negativen Intentionen.

Außerdem verbindet man mit dem Vertrauen wieder die Erde und den Himmel, ist geerdet und zentriert, aber gleichzeitig offen dafür, dass das Richtige geschehen wird.

Ich stelle mir dabei vor, um beim Beispiel mit den Farben zu bleiben, in einen weißen Nebel gehüllt zu sein. Rein und offen, sich in jede andere Farbe zu verwandeln oder aber auch zu reflektieren.

Es hat etwas kindlich-unschuldiges an sich.

Das mag ein wenig esoterisch klingen, gibt aber mein Gefühl in diesen Situationen ganz gut wieder.

Seitdem versuche ich immer, wenn ich das Bedürfnis nach Schutz habe oder mich unsicher fühle, mein Herz zu öffnen und zu vertrauen.

 

Falls Euch das Thema Emotionen noch weiter interessiert, könnt Ihr im zweiten Teil des Posts noch mehr darüber lesen, wie wir unsere eigenen Emotionen verändern können und wie wir oft von außen manipuliert werden.

Und wie sich für mich der Zusammenhang zur buddhistischen Lebensphilosophie herstellt.

Viel Spaß dabei!

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