Vanlife – so funktioniert mein Leben im Bus (Teil 1)

Während ich diesen Post für Euch schreibe, sitze ich auf der Fähre von Cagliari, der Hauptstadt Sardiniens nach Palermo, Sizilien.

Gerade habe ich in meinem Tagebuch so von meinem Leben im Bus geschwärmt, dass ich finde, es ist endlich an der Zeit, Euch meinen liebsten und bisher absolut treuen Reisegefährten vorzustellen 🙂

Ein paar der Vorher-Bilder muss ich Euch leider vorenthalten, weil meine Cloud gerade etwas zickig ist, verspreche sie aber asap nachzuliefern 🙂

Technische Details bzgl. des Vans

Mein zu Hause auf vier Rädern ist ein VW T4 Caravelle, Baujahr 1992 mit 140 PS. Um all die Pferdchen in Gang zu bringen hat er einen VR6 Benzinmotor.

Viele haben mit den Augen gerollt wegen des Motors mit dem Kommentar, da würde ich mich noch umschauen, weil der nämlich ganz schön viel Benzin schluckt (vor allem weil er ein Automatikgetriebe hat, was viele Bulli-Fans an sich schon als Frevel betrachten…).

Aber ich komme super damit zurecht, bin ein sehr gemütlicher Fahrer und bin mit dem bisherigen Verbrauch von durchschnittlich 10L/100km sehr zufrieden!

Ein Benziner mit grüner Umweltplakette war mir lieber als ein Diesel, weil ja in letzter Zeit häufig die Dieselfahrverbote in den großen Städten diskutiert wurden und so bleibe ich einfach flexibel 🙂

Als ich den Bus gekauft habe, hatte er 206 tkm drauf. Das ist nicht wenig, aber für den Motor, den mir einige als „unkaputtbar“ beschrieben haben, völlig okay. Viele Busse im Netz haben 400 – 600 tkm drauf und ich hoffe, da mit meinem auch noch hinzukommen 😉

Die Karosserie hat so gut wie keinen Rost, was ein ganz dickes Plus ist und ich werde mein Möglichstes tun, damit das so bleibt!

Außerdem hat der Bus Ganzjahresreifen drauf, was mir sehr gelegen kommt, weil ich das Reifenwechseln fast immer vergesse/verpeile…

Die Basics

Als Erstes haben wir ein neues Radio eingebaut, eins mit Aux-Anschluss, da ich fast alle Musik auf dem Handy/iPad habe und es mega praktisch finde, mir dort diverse Playlists für längere Fahrten zu erstellen.

Zudem haben wir die Scheiben hinten mit Tönungsfolie beklebt (bzw hat das mein lieber Cousin Christian für mich gemacht, vieeeelen Dank nochmal dafür und für alles andere!).

Die Scheiben sind so von außen verspiegelt und leicht dunkel getönt, so dass man von außen nicht rein schauen kann, aber drinnen ist es immer noch angenehm hell. Außerdem hält die Folie auch etwas Wärme von außen ab.

Die Sitzbänke hinten haben wir komplett raus genommen. Der Teppich wurde einmal herausgenommen und gereinigt, als Schablone für die Bodenplatte verwendet und dann als Isolierung wieder eingelegt.

Fotos Bus mit Sitzbänken und leer – kommt noch 🙂

Für den Innenausbau haben wir stabile Multiplex-Platten verwendet. Die sind zwar nicht so leicht wie Pappel, was in den Foren für so einen Umbau empfohlen wird. Aber der Bus hat ja ordentlich Power unter der Haube und die Platten waren für uns leicht erhältlich.

Der Innenausbau – hinten

Wie mein Schätzchen von innen aussehen soll, habe ich mir schon laaange, bevor ich den Bus überhaupt gekauft habe, im Kopf zusammengesponnen und viele Skizzen gemacht.

Einige meiner Spitzenideen haben wir dann aus Machbarkeitsgründen und Zeitmangel wieder verworfen, dafür hat der Bus andere coole Features während des Umbaus dazu gwonnen 😉

Es ist definitiv ein riesen Vorteil, wenn der Bruder ein Holzfachmann ist – auch Dir noch mal ein ganz herzliches Dankeschön Bruderherz für deine Geduld, Zeit und Ideen!

Große Teile der Innenverkleidung haben wir für den Umbau ausgebaut, ausgeschnitten und passgenau wieder eingebaut – Hut ab vor meinen beiden Bus-Helden!

Der hintere Teil vom Kofferraum bis zur Schiebetür ist zugleich oben Bett und unten Stauraum. Die Plastikboxen habe ich vor dem Zuschnitt der Teile gekauft und Puzzle-mäßig zusammengesucht, damit der vorhandene Raum ideal ausgenutzt werden kann.

Die gemütliche große Liegefläche mit viel Stauraum darunter von vorne…

… und von hinten. Auf die großen Boxen kann ich komplett von innen zugreifen. Im linken Fach sind somit nur Dinge, die ich für draußen brauche.

Auf den Großteil des Stauraums kann bei Regen komplett von innen zugegriffen werden. Der Boden der oberen Plastikboxen ist unten mit einer Anti-Rutschmatte beklebt, so dass die oberen gut auf den unteren Boxen halten und nichts rum klappert während der Fahrt.

Die Klappe zum Stauraum kann aufgestellt und so zur Verlängerung für die Liegefläche umfunktioniert werden.

Die Matratze oben ist speziell für VW-Busse konzipiert und kann mittels Reißverschluss in drei Teile zerlegt werden. So kann ich während der Fahrt das vorderste Teil abnehmen und die Klappe des Stauraums schließen.

Zum Schlafen stelle ich die Klappe auf und verlängere die Matratze mit dem dritten Teil. Dazu brauche ich nicht mal den Reißverschluss zu schließen, das Leintuch hält alles wunderbar zusammen.

Die Klappe kann bei Regen auch mal als Tisch genutzt werden, es wäre dann im vorderen Bereich des Innenraums sogar noch Platz für einen Stuhl. Glücklicherweise hatte ich bisher immer schönes Wetter und hab das noch nicht getestet 😉

Oben neben der Matratze ist auf der Liegefläche am Fenster noch Platz um ein paar Bücher rein zu quetschen, jippie! Und darunter ist auch noch ein kleines Fach für den Handbesen, meine Yogamatte… und ein 12V-Stromanschluss.

Ich hab so viel Stauraum im Bus, dass ich eher aufpassen muss, nicht zu viel mitzunehmen 😉

Der Innenausbau – vorne

Gegenüber von der Schiebetür befindet sich ganz links neben dem Bett der Kühlschrank. Er ist auf einer Schiebeleiste angebracht und kann so komplett unter der Auflage herausgezogen werden. Während er Fahrt wird er mit einer Schraube clever fixiert.

Er kann bis 30 Grad unter Umgebungstemperatur kühlen aber auch wärmen und hat 35L Fassungsvermögen. Seinen Strom holt sich der Kühlschrank über einen 12V-Anschluss von der zusätzlichen Versorgungsbatterie. Diese ist unter dem Fahrersitz verstaut.

Dank der Schiebeleiste kann der Kühlschrank platzsparend verstaut werden und ich habe auch Zugriff, wenn ich oben auf der Platte koche.

Neben dem Kühlschrank ist ein kleines Küchenschränkchen mit Flügeltüren. Diese werden über einen Magnetverschluss und während der Fahrt zusätzlich mit zwei kleinen Riegeln sicher verschlossen.

In dem Schränkchen befindet sich ein 13L-Wasserkanister, aus dem ich mit einer 12V-Tauchpumpe Wasser nach oben in eine etwas erhöhte Emaille-Schüssel pumpen kann. Ein hübsches Vintage-Waschbecken ohne Abfluss, das ganz old school geleert wird, indem ich die Schüssel schwungvoll vor dem Bus auskippe! (hoffentlich kommt grade keiner um die Ecke…)

Die Fläche über Kühlschrank und Kästchen ist Dank des Belags perfekt zum Kochen und Schnibbeln geeignet. Zum Kochen hänge ich den Vorhang ganz nach oben – sicher ist sicher! Aber für den Notfall wäre auch ein kleiner Feuerlöscher im Küchenschränkchen.

Im zweiten Teil könnt Ihr weitere Details zur Stromversorgung, weiterer Ausstattung und Sicherheit lesen, viel Spaß!

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